In den letzten Monaten lief bei mir das Auswahlverfahren für die Lehrlingsausbildung ab Sommer 2012. Ich hatte Bewerber aus den Realschulen, Fachgymnasien und Gymnasien. Die Zeugnisse waren gemischt und ich habe mir einige Bewerber/-innen zum Vorstellungsgespräch eingeladen.
Bei den Vorstellungsgesprächen lasse ich die Bewerber einen Fragebogen beantworten, der Themen zur Allgemeinbildung und ein paar Rechenaufgaben enthält.
Oft sind die Antworten ernüchternd. Deshalb hier ein paar Beispiele:
| Wieviele Länder sind in der EU: | 16 |
| An welchem Fluss liegt Dresden: | Oder |
| Für welchen Zeitraum wird der deutsche Bundestag gewählt: | 2 Jahre |
| Wieviele Zähne hat der Mensch: | ca. 30 |
| Wieviele Quadratmeter sind 0,55 ha: | 55 qm |
| Nennen Sie 5 europäische Hauptstädte: | Berlin, Mainz, München, Bremen, Hamburg |
Einige Bewerber/-innen sind ihrer Zeit weit voraus. Bei ihnen gehört die Türkei schon zur EU und der Bundespräsident wird vom Volk gewählt. Selbst Russland ist beim ein oder anderen ein EU-Mitglied.
Natürlich gibt es auch gute Leute. Aber die sind hier nicht so unterhaltsam und eindeutig in der Minderheit.
Insgesamt ist das für mich erschreckend. In meiner Kanzlei unterhalten sich meine Mandanten/-innen mit meinen Mitarbeitern/-innen. Wenn dann geballte Unwissenheit zum Vorschein kommen würde, wäre das nicht nur peinlich. Ich gehe davon aus, dass ein Mandant vom einen aufs andere schließt und das Gefühl hat, dass es mit dem Fachwissen auch nicht so weit sein kann.