Neulich in einer Betriebsprüfung ….

Eine Mandantin von mir, ein Verein, hatte letztens Besuch von einem Betriebsprüfer.

Ich will ihn nicht Erbsenzähler nennen, denn er war ein sehr netter Mensch, der nicht nur seinen Job richtig machen wollte, sondern auch die Angemessenheit seiner Prüfungsarbeit im Verhältnis zum Steuerpflichtigen und möglichen Steueraufkommen im Blick hatte. Soweit alles ok.

Nun hatten wir einen Smalltalk zu Beginn der Prüfung, der üblich ist, um miteinander warm zu werden.  Soweit auch noch alles ok.

Überrascht war ich, wie gut der Prüfer informiert war über die vergangenen Aktivitäten des Vereins.

Er hatte doch tatsächlich einige Jahre alte Zeitungsartikel im Internet recherchiert und ausgedruckt, aus denen hervor ging, dass der Verein Sommerfeste veranstaltete. Seine Frage zielte genau dahin: ob denn auch im Prüfungszeitraum Sommerfeste veranstaltet wurden. Die wiederum sind nämlich steuerschädliche wirtschaftliche Geschäftsbetriebe (weil gesellige Veranstaltung) und schneiden nicht selten mit Verlusten ab, die wiederum die Gemeinnützigkeit ernstlich in Gefahr bringen können.

Kurz und gut, die Finanzverwaltung ist top informiert. Das ist ihr gutes Recht und ich findes es gut, wenn jemand seinen Job ordentlich macht. Aber eben ordentlich.

Das Finanzamt informiert sich über die gleichen Medien, in denen wir offenherzig über das berichten, was wir in unseren Vereinen alles so treiben. Da nützt es gar nichts, die Berichte über die Geschäftsführung des Vereins zur Vorlage an das Finanzamt im Rahmen der Erklärung zur Überprüfung der Gemeinnützigkeit auf kritische Passagen zu untersuchen, wenn ein Mitglied oder sogar der Vorstand ungefiltert und frei von der Leber weg über das berichtet, was so alles im Verein passiert.

Die Vorsicht ist halt immer noch die Mutter der Porzellankiste.

Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Allgemein und mit den Schlagwörtern: , , , , , . Bookmarken Sie den Permalink. Schreiben Sie einen Kommentar oder hinterlassen Sie einen Trackback: Trackback URL.

GEBEN SIE EINEN KOMMENTAR AB

Ihre eMail-Adresse wird niemals veröffentlicht oder weitergegeben. Pflichtfelder sind mit einem * markiert.

*
*