GDPdU - Nachtrag zur Veranstaltung in Hamburg

Das Kürzel GDPdU steht für “Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfung digitaler Unterlagen”. Als ich die beraterseitige Definition vortrug, die da heißt “Gib dem Prüfer deine Unterlagen”, erschien auf dem Gesicht unseres Hauptreferenten Herrn Kuballa (Finanzministerium Kiel) ein etwas gequältes Lächeln. Aber er hatte genug Humor mitgebracht, das nicht übel zu nehmen.

Denn tatsächlich ist es nicht ganz so schlimm. Bereits hier im Blog wurde auf Einschränkungen im Datenzugriff hingewiesen. Durch die Referenten von der IT-Fraktion wurden Anleitungen und Hinweise gegeben, wie zum einen der Informationsgier der Betriebsprüfer Einhalt geboten werden kann, indem tatsächlich nur soviel technisch zugelassen wird, wie auch erlaubt ist; und zum anderen, wie langfristiger Zugriff auf die “erlaubten” Daten sichergestellt und erhalten wird.

Eine ganz persönliche Anmerkung sei hier gestattet. Ich hatte die Gelegenheit, meine Lieblings-Prüfungs-Anekdote einem größeren Publikum zu präsentieren. Die Geschichte ist von der Art, dass MitarbeiterInnen und Mandanten immer schon genervt die Augen verdrehen, wenn sie merken, dass ich ansetze zu erzählen … aber hier … so viele Leute … und keiner konnte verschwinden … also:

In alten Zeiten und längst entschwundenen Vergangenheiten lebte einmal ein erfolgreicher Tischlermeister (Klempner geht auch), der seinen Töchtern je ein schickes Golf-Cabrio geschenkt hatte. Nun wurden diese Autos über den Betrieb erworben, allerdings kaum betrieblich genutzt. Als sich dann die Betriebsprüfung ankündigte, wurde den Mädchen die Nutzung untersagt und die Autos auf dem Betriebshof abgestellt. (Man hat ja schon von Fällen gehört, wo sich ein Prüfer Wochen vor Prüfungsbeginn auf die Lauer gelegt und die Fahrzeugbewegungen beobachtet hat …). Am Tage der Prüfung wurden mit Dienstbeginn - Tischler fangen früher an als Betriebsprüfer - die Verdecke der Cabrios heruntergeklappt, die Rückenlehnen der Beifahrersitze auch, und die Autos wurden mit den 3,50-m-Dachlatten beladen, die sonst mit dem Transporter zur Baustelle hätten gebracht werden sollen. Zum Glück hatte es an dem Tag nicht geregnet, und es war Sommer. Der Prüfer allerdings brach bereits nach drei Stunden seine Zelte ab, er sagte: “Das sieht ja alles prima aus, ich gehe lieber wohin, wo mehr zu finden ist.” Die Cabrios im Hof hat er keines Blickes gewürdigt. Hätte er sie gesehen, ich glaube nicht, dass wir mit unserer kleinen Inszenierung durchgekommen wären, aber eine bessere Idee hätte ich auch heute nicht dazu. Der Prüfer hat sich einfach strikt an § 7 BPO gehalten, und wir haben eine Flasche Sekt aufgemacht. … und alle lebten gücklich und zufrieden, bis der zu ihnen kam, der die Freuden schweigen heißt und der die Freundesbande zerreißt.

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