Früher haben wir immer gesagt: “Frauen und Technik…” und haben dann die Beine in die Hand genommen, wie es so schön heißt, um nicht von harten Gegenständen getroffen zu werden.
Heute werden wir mit den Problemen konfrontiert, die unsere Behörden mit der Technik haben.
Es fängt ganz harmlos an – das tut es ja immer: Ein Mandant wird mit Datum vom 16.6. aufgefordert, die Steuererklärungen für 2008 vorfristig bis zum 17.7.2009 einzureichen. Dafür haben wir normal Zeit bis wenigstens zum 31.12.2009. Der aufmerksame Berater denkt sich nicht viel dabei, außer dass eventuell im Finanzamt jemand nicht genug zu tun hat und ruft dort an – besetzt. Eine Viertelstunde später – immer noch besetzt; dann über die Zentrale probiert, zehn Minuten die schönste Wartemusik gehört und dann erfahren: Sie sind heute schon der 100ste Anrufer, wir hatten ein EDV-Problem, die ganzen Mahnungen sind irrelevant, bitte einfach ignorieren und nicht wegen jeder unberechtigten Mahnung anrufen!
Es geht aber nicht harmlos weiter. Die Mandanten, die uns keine Zustellvollmacht erteilt und die gleiche Aufforderung nach Hause bekommen haben, rufen uns an, fragen was das soll und halten so den laufenden Betrieb auf.
Ich werde diese Aktion der Behörde bei meinen Fristverlängerungsanträgen im kommenden Winter verwenden. Schließlich haben wir einige Stunden damit verbracht, unsere aufgebrachten Mandanten zu beruhigen und konnten in der Zeit keine Steuererklärungen machen!
2 Kommentare
So einen Fall hatte ich in der letzten Woche auch. Interessant fand ich dabei die Bemerkung die Mahnung einfach zu ignorieren. Sinn und Zweck einer Mahnung ist es doch zu reagieren. Woher soll denn der Berater wissen, dass diese durch ein EDV Versehen versendet worden ist? Ich finde, dass zumindest das Wort „Entschuldigung“ hätte fallen können.
und noch einmal etwas zu Wortmonstern aus der Feder deutscher Bürokraten:
KVBEVO
heißt Krankenversicherungsbeitragsanteil-Ermittlungsverordnung
Noch Fragen?