Unternehmensnachfolge: Aufgabe für 10.000 Unternehmen p.a. allein in Baden-Württemberg

In den nächsten Jahren sind in Baden-Württemberg ca. 10.000 Unternehmensnachfolgen p.a. zu regeln. Während im Zeitraum 1997 bis 2002 noch 75 % der Unternehmensnachfolgen innerhalb der Familie durchgeführt wurden, waren es zwischen 2002 und 2007 nur noch 51 %. Man schätzt, dass es heute lediglich noch rund 25 % sind. Das heißt, drei von vier Unternehmensnachfolgen werden familienextern gelöst.

Während bei den großen Transaktionen Stäbe von Anwälten, Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern und Investmentbankern tätig sind und die Transaktionskosten (Beraterkosten) in der Regel bei rund 3 % des Transaktionsvolumens liegen, tun sich die Marktteilnehmer mit der Inanspruchnahme von professioneller Hilfe bei Transaktionen mit einem Kaufpreis unter 1 Mio. EUR wesentlich schwerer. Wir haben es hier erstens mit Übergebern zu tun, welche es teilweise nur sehr schwer einsehen, sich von ihrem Lebenswerk zu trennen. Zweitens haben wir Übernehmer, welche ihr Investment in das neue Unternehmen verständlicherweise so gering wie möglich halten wollen. Als dritter Parameter in diesem Transaktionsprozess fungieren die Hausbanken als Finanzierungspartner. Sie wenden teilweise noch nicht den Cash-Flow-basierenden Finanzierungsansatz an, sondern immer noch den antiquierten Asset-basierenden Ansatz, auf den sie ihre Akquisitionsfinanzierung aufbauen.

Bei dem Cash-Flow-basierenden Finanzierungsansatz stellt die finanzierende Bank auf den nachhaltig zu erzielenden Cash-Flow des Unternehmens ab, während bei dem Asset-basierenden Ansatz die Absicherung der gewährten Darlehen durch Pfandrechten an Grundstücken, Sicherungsübereigung von Maschinen, bzw. weiteren Assets im Vordergrund stehen.

In diesem Spannungsfeld muß es gelingen einen von allen drei Seiten akzeptierten Kaufpreis zu entwickeln. Dabei stehen die Akquisitionsfinanzierung und die nachhaltige Finanzierungsmachbarkeit im Vordergrund.

Ein Gedanke zu „Unternehmensnachfolge: Aufgabe für 10.000 Unternehmen p.a. allein in Baden-Württemberg“

  1. Captain Kirk sagt:

    Also, ich denke, man sollte die finanzierenden Banken nicht zu schlecht machen. Warum sie verständlicherweise immer auf die Assets schielen, liegt einfach daran, dass man einen Cash Flow nicht pfänden kann; wohl aber ein Grundstück oder eine Maschine.

    Aber den Banken ist auch klar, dass der Wert eines Unternehmens nur von zukünftigen Überschüssen abhängig ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.