Finanzkrise und kein Ende: Top-Manager haben kein Konzept

Wir sind auf dem Weg in eine globale Rezession, die schwerste seit dem zweiten Weltkrieg. Und nun müssen wir feststellen, dass die Unternehmensführer dieser Welt offensichtlich kein Konzept haben, wie sie ihre Unternehmen durch die Krise bringen sollen. Booz & Co hat hierzu eine weltweite Umfrage gemacht und diese in einer Studie zusammengefasst. Die Ergebnisse sind wenig ermutigend und können wie folgt zusammengefasst werden:

  • 40% des Senior Managements bezweifeln Glaubwürdigkeit der Krisenpläne ihrer Unternehmen
  • Kaum tragfähige Konzepte für Herausforderungen der Krise
  • 65% der finanziell angeschlagenen Unternehmen konzentrieren sich zu wenig auf Erhalt ihrer Liquidität
  • Solide aufgestellte Konzerne lassen Wachstumspotenziale oft ungenutzt

Die Fragen nach der Konzernsteuerquote oder nach steueroptimalen Umstrukturierungen treten dabei deutlich in den Hintergrund.

Und auch kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) werden sich mit der weltweiten Rezession auseinandersetzen müssen. Für sie sind Fragen nach der Erhaltung einer ausreichenden Liquidität wahrscheinlich noch wichtiger als für Großkonzerne. Und KMU sollten jetzt noch intensiver über ihre eigentlichen strategischen Vorteile nachdenken. Iher Stärken liegen in ihrer Flexibilität und Kundennähe. Und eine konsequente Nischenpolitik wird in solchen Zeiten noch wichtiger.

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Ein Kommentar

  1. opa
    Geschrieben 5. März 2009 at 13:02 | Permalink

    Den Tenor der Studie kann ich nicht ganz teilen. Ich finde, die haben durchaus ein Konzept, und zwar ein ziemlich schlaues - zumindest die aus den Banken.

    Da geben wir (mittelständische Unternehmer) denen Geld, damit die es für uns ordentlich anlegen. Die verzocken einen Großteil davon, stecken sich den Rest als Gehalt oder Aktienoptionen in die eigene Tasche und lassen sich dann vom Staat auffangen - so bezahlen wir unsere ggf. verlorenen Einlagen aufs neue, nur diesmal indirekt über die Steuern.

    Wenn sich dann das Topmanagement in den so gut ausgepolsterten Ruhestand verabschiedet und die zweite ReIhe konzeptionslos im Regen stehen lässt, drängt sich doch der Verdacht auf, dass gerade das Fehlen von Rettungskonzepten die Voraussetzung für das Funktionieren der oben umrissenen - anderen - Konzeption ist.

    Klar, der Mittelstand muss sich bemühen. Hier lohnt sich in jedem Falle, die Konjunkturprogramme der einzelnen Länder-Wirtschaftsministerien anzuschauen. Zumindest in Hamburg ist der Wirtschaftssenator sehr rührig, dem Mittelstand dort zu helfen, wo die Banken konzeptionell (s.o.) sich zieren, den Unternehmern das einmal abgezogene Geld in Form von Krediten wieder zur Verfügung zun stellen.

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