Familienexterne Unternehmensnachfolge - Das Zusammenfinden von Übergebern und Übernehmern
Das Institut für Mittelstandsforschung, Bonn, hat den Trend, das familienexterne Nachfolgen in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen, in einer Studie (IFM-Materialien Nr. 182) untersucht. Dabei hat das Institut festgestellt, dass sich die Realisierung der familienexternen Nachfolge deutlich schwieriger gestaltet als die Realisierung einer familieninternen Lösung - vor allem in der sogenannten Matchingphase. Unter der Matchingphase wird das Finden geeigneter Übernahmeinteressierter bzw. Unternehmen und die Verhandlungen der beiden Parteien über Details der Nachfolge verstanden.
Da die Suche nach einem Nachfolger sehr selten publik gemacht wird, wird das Finden dieser Person auch als größtes Problem genannt. Ein weiteres Ergebnis dieser Studie ist die Tatsache, dass Übergeber und Übernehmer selten im ersten Anlauf zueinander finden. Bei den Übergebern waren dies 71 Prozent, bei den Übernehmern 84 Prozent, die mehr als einen Anlauf brauchten.
Die Gruppe der Übernahmeinteressierten ist im Durchschnitt 45 Jahre alt, das heißt, auch das Durchschnittsalter der quasi Existenzgründer hat sich in den letzten 20 Jahren von 30 Jahren auf 45 Jahren deutlich verschoben. Im Durchschnitt haben die bereits erfolgreich vermittelten Unternehmen nicht nur eine wesentlich bessere Gewinnentwicklung. Sie sind mit 18 Beschäftigten gegenüber den noch nicht vermittelten Unternehmen mit durchschnittlich 8 Beschäftigten auch wesentlich größer.
Weil die beschriebenen Fragestellungen rund um die Unternehmensnachfolge und das Matching doch eine ganze Menge an Spezialwissen erfordern, wurde die Spezialausbildung zum Fachberater für Unternehmensnachfolge (DStV e.V.) geschaffen.
Ein Kommentar
Im Bereich der Unterehmensnachfolge habe ich merkwürdige Erfahrungen gemacht: Tatschlich wird die Unternehmensnachfolge mit zunehmender Betriebsgröße einfacher. Die ganz kleinen Einheiten sind nicht veräußerbar.
Aber: Wird der Betrieb innerhalb der Familie übergeben, dann entweder unentgeltlich oder überteuert. Eltern überfordern ihre Kinder oft. Diese nehmen das um des Familienfriedens Willen an. Nach ein paar Jahren kommen sie in finanzielle Schwierigkeit, die Ihre Eltern überhaupt nicht verstehen können. Manchmal kommt dann von ihnen eine Unterstützung und es geht weiter, manchmal kommt es zur Insolvenz.