Nachdem mehrere Bundesländer versucht haben, die Künstlersozialversicherung abzuschaffen oder zumindest “unternehmerfreundlich reformieren” zu wollen, ist dies nun gescheitert. Die Künstlersozialkasse (KSK) bleibt erhalten; auch eine unternehmerfreundliche Reform des Künstlersozialversicherungsgesetzes wird es nicht geben. Das hat der Bundesrat in seiner Sitzung am 19.9.2008 entschieden.
Die Künstlersozialkasse gehört zur Unfallkasse des Bundes und hat ihren Sitz in Wilhelmshaven. Sie gibt ihren 150.000 Mitgliedern – selbstständige Künstler und Publizisten – sozialen Schutz in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung. In die Kasse zahlen neben den Künstlern selbst auch Unternehmen und der Staat ein.
Einige Bundesländer hatten auf Druck von Mittelstand und Handwerk im Entwurf des 3. Gesetzes zum Abbau bürokratischer Hemmnisse insbesondere in der mittelständischen Wirtschaft einen Passus eingebracht, wonach die Künstlersozialversicherung abgeschafft oder zumindestens reformiert werden solle.
In der Begründung hieß es, „der Aufwand bei der Feststellung der Abgabenpflicht“ und die „verstärkten Kontrollen durch die Deutsche Rentenversicherung bei der Ermittlung der abgabepflichtigen Unternehmen … führen zu einer großen Bürokratie.“ Betroffen seien davon vor allem kleine und mittlere Unternehmen. Nach Bekanntwerden des Entwurfes hatte es zahlreiche Proteste von Künstlerverbänden und Politikern gegeben.
Nun soll aber wenigstens nach dem Entwurf der Künstlersozialabgabe-Verordnung der Abgabesatz von derzeit 4,9% auf 4,4% ab 2009 sinken.
3 Kommentare
Bisher bietet die Künstlersozialkasse eine der wenigen Möglichkeiten, “freien” Journalisten, Künstlern und anderen “freelancern” ein Stück weit soziale Sicherheit zu erhalten. Leider sind die Zeiten so, dass die wenigsten “Freien” ihre Honorare erhöhen können. Sie stagnieren seit Jahren . Die Kosten für medizinische und andere Leistungen zur sozialen Sicherheit steigen indes.
Nun schlägt noch die zu erwartende Krise durch. Manche werden sie – wie die Jahre zuvor – zum Anlass nehmen , rationeller rund preisgünstiger zu agieren.
Wenn nun immer mehr mögliche Auftraggeber auf die neue Linie der Künstersozialkasse in der Form reagiert, dass sie weniger “Freie” einsetzt, gehen weitere Jobs verloren. Die Vielfalt, die gerade “Freie” in vielen Medien, Unternehmen etc. bringen, steht so peu a peu auf dem Spiel.
Künstlersozialkasse man sollte besser von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen sprechen. Ich bin ein mittelständiger Unternehmer und habe mir Prospekte, Visitenkarten und Werbemittel erstellen lassen. Vor drei Wochen bekamm ich dann einen Erhebungsbogen für die Abgabe nach dem Künstlersozialversicherugsgesetzt zum ausfüllen. Ich denke es kann nicht sein, dass man anderen Unternehmen mit einem Autrag unterstützt und dann wird man bestraft ….indem man merkwürdige Formulare ausfüllen muss und am Schluß noch zahlen kann
Ich betreibe seit vielen Jahren ein Forum zum Thema – Künstlersozialkasse .
Ich bin selber über die KSK pflichtversichert ( ich bin Musiker) und werde auch als “möglicher” Verwerter überprüft. Die KSK hat eine Abfrage bei meinem Finanzamt gemacht und gegen ein Gesetz zum Datenschutz verstoßen . …..
( § 67 a Ab.5 SGBX)
Welche Auswirkungen das Vorgehen der KSK im Moment gerade auch auf die Künstler selber hat kann man u.a auf meinem Forum : http://www.kskforum.de nachlesen .
KSK – gut gedacht , schlecht gemacht .
Joachim Griebe Hamburg